P52.09.38 | Vergangene Zeiten
By: Der Rabe
tags: Foto, Friedhof, Glaube, Grab, Grabstein, Juden, Judentum, P52, Projekt 52, Religion, Sinzig, Verfolgung
Category: Friedhöfe, Heimatfotos, Kampagnen und Projekte, Projekt 52, Schwarz und Weiß, Sinzig
Das Projekt 52 geht in die 38. Woche und thematisiert „vergangene Zeiten„. Daher war ich heute auf dem neuen jüdischen Friedhof von Sinzig, der von 1873 bis 1940 belegt wurde. Hatte die Stadt früher eine große jüdische Gemeinde, so erreichten die Verfolgungen über die Jahrhunderte hinweg im Dritten Reich ihren finalen Höhepunkt. Die Synagoge wurde ein Raub der Flammen und viele Grabsteine verschwanden in diesen dunklen Jahren vom Friedhof. So sind die wenigen noch vorhandenen Grabsteine Erinnerungen an die ehemaligen jüdischen Mitbürger, Mahnmale für die menschliche Dummheit (denn Sinzig ist dadurch ein Stück kulturellem Reichtums verloren gegangen) und Symbole einer vergangenen Zeit.
„Was nützt mir meine Weisheit,
wenn die Dummheit regiert.“
Jiddisches Sprichwort

Kann es sein, dass das Relief des linken Grabsteins dem Vulkaniergruß verdächtig ähnelt?
Ja, im Grunde ist sie das sogar. Wikipedia schreibt dazu: „… Der vulkanische Gruß wurde von Leonard Nimoy eingeführt und stammt ursprünglich aus den Gebräuchen des Judentums. Die Geste symbolisiert den hebräischen Buchstaben Shin, welcher der erste des Wortes Shaddai (Gott) ist. Nimoy nahm als kleines Kind an einem jüdischen Gottesdienst teil, bei dem die Teilnehmer von Geistlichen mit dieser Geste gesegnet wurden. Als es 1966 darum ging, eine vulkanische Grußgeste zu entwerfen, erinnerte er sich an jenes Jugenderlebnis und schlug diese Geste vor. …“
An sich handelt es sich dabei aber um den aaronitischen Segen, den ältesten überlieferten Segensspruch aus der Bibel. Siehe auch hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Aaronitischer_Segen
sehr schön eingefangen, solche bilder sind genau mein ding